Das Internet hat in den vergangenen Jahren für eine regelrechte Content Überschwemmung gesorgt. Content Marketing kommt gerade rechtzeitig, um die vielen Content-Stücke in die richtigen Bahnen, sprich zu den passenden Lesern zu leiten. Auch wir PR-Leute wollen unsere Kunden und deren Kunden mit Texten erreichen. Dabei können wir sie entweder auf völlig neue Aspekte aufmerksam machen, oder wir passen unsere Kommunikation genauer an ihre Wünsche und Bedürfnisse an und treffen damit genau ihren Geschmack! Genau dabei kann Predicitive Analytics (PA) helfen.

 

Blick in die Kristallkugel

PA spielt für alle Unternehmen eine Rolle, die Daten über ihre (potentiellen) Kunden sammeln, unabhängig von ihrer Größe. Daten können aktiv über Anmeldeformulare oder Umfragen gesammelt, oder passiv generiert werden, etwa über das Klickverhalten auf Webseiten. Aus diesen Informationen lassen sich zuallererst Rückschlüsse auf Vergangenes, also die bisherigen Aktivitäten der Nutzer, ziehen (Descriptive Analytics), aber auch Wahrscheinlichkeiten über zukünftige Ereignisse berechnen. Komplexe Algorithmen clustern die Daten, erkennen Beziehungen, suchen nach Mustern, lernen automatisch dazu und berechnen schließlich, was als nächstes wahrscheinlich passiert. Das Verfahren klingt abstrakt, bietet aber viele tolle Möglichkeiten.

[Tweet „Predictive Analytics – Ein Muss für die PR-Branche?“]

 

Predictive Analytics und Content Marketing – das perfekte Paar

PA ist keine Kreativmaschine, kann aber bei der Themensteuerung helfen. Es kann analysiert werden, welche Texte in der Vergangenheit häufig geklickt, gelesen oder geteilt wurden, bzw. wie gut sie als Sprungbrett zu Unternehmens- oder Produktseiten funktionieren. Ermittelt wird dann z.B., wann ein neuer Text veröffentlich werden sollte, ob er komplett neue Inhalte enthalten, oder sich auf bereits bestehenden Content beziehen sollte.

PA hilft außerdem beim Content Marketing, also der gezielten Aussteuerung der Inhalte, denn es geht nicht nur darum, relevanten Inhalt zu produzieren, sondern diese auch an die passende Zielgruppe zu liefern. Im nächsten Schritt also – den einige Dienstleister wie Outbrain oder Plista schon gehen – werden z.B. dem Leser eines Online-Textes Vorschläge für weiteren, genau auf ihn zugeschnittenen Content unterbreitet. Der Satz „Dieser Artikel könnte ihnen auch gefallen“ kommt sicher Vielen bekannt vor.

Zusammengefasst kann PA also helfen, einen potentiellen Kunden durch ausschließlich relevanten Content auf mich aufmerksam zu machen, ihn über weitere, speziell auf ihn zugeschnittene Texte noch enger zu binden und ihn am Ende womöglich zu einem Call-to-Action zu bewegen.

 

Ein Muss für die PR-Branche?

Dass PR-Agenturen allein mit klassischer Pressearbeit nicht viel länger am Markt bestehen können, ist kaum zu bestreiten. Das Zusammenspiel von PR und Marketing wird immer wichtiger und damit auch der Einsatz neuer Technologien und Methoden. Wer mit digitalen oder datenbasierten Unternehmen arbeitet, sollte die Daten-Goldgrube unbedingt nutzen und im Sinne der Content-Strategie einsetzen. Die Flut an Informationen wird in Zukunft nicht abnehmen, warum also den Lesern und seiner Text-Abteilung nicht das Leben erleichtern?

Kleine Agenturen und Unternehmen haben dagegen den Vorteil, dass sie flexibler sind, spontan und situativer arbeiten können. Zwar lassen sich mit Predictive Analytics zukünftige Verhaltensweisen erahnen, jedoch punkten eine kreative Kampagne oder geistreiches, intuitives Content Marketing aufgrund ihres innovativen Charakters oft mindestens genauso gut. Kreativität ist und bleibt eben doch das Zünglein an der Waage.

 

Von Anke Triebe