Die Angst vor dem ersten Schritt

Wer sich in den vergangenen Monaten einmal zum Thema Content Marketing umgetan hat, wird an großen Schlagworten und Phrasen nicht herumgekommen sein: „Content ist King“ oder „Strategisches Content Marketing“ sind nur einige. Weiter geht es mit aufwendigen Regelwerken zum Thema: Zehn goldene Regeln hier und fünf Insider-Tipps dort. Mal wird über die beste Content-Strategie philosophiert, mal gesagt, dass im 9-to-5-Job ohnehin kein Content Marketing möglich ist.

Und schon verliert ein kleiner Unternehmer oder digitaler Frischling den Mut, sich damit auseinanderzusetzen. Ausreden sind dann oft der notwendige Einsatz von professioneller, externer Hilfe, vermeintlich hohe Kosten oder fehlende Kreativität. Dabei funktioniert Content Marketing auch schon im Kleinen, mit wenig Geld und Aufwand.

 

Content Marketing für die Kleinen

Im Grunde heißt Content Marketing nichts anderes, als Geschichten zu erzählen und diese in unterschiedlich großen „Häppchen“ auf verschiedenen Kanälen zu verbreiten. Wir kommunizieren täglich so viel, warum nicht all die Gedanken und Themen, die uns beruflich bewegen mit anderen teilen? Das gilt für uns, als Kommunikationsexperten, aber auch für kleine Unternehmen, die nicht für viel Geld an große Agenturen outsourcen wollen. Bei Content Marketing geht es nicht um Produktwerbung, sondern darum die Leser über Storytelling emotional ans Unternehmen zu binden. Dabei zählt thematisch alles was für das Unternehmen und sein Umfeld relevant ist.

[Tweet „Emotionale Bindung durch Storytelling – das können auch kleine Unternehmen.“]

Welche Leser denn? Und wo lesen die meine Stories? Zum Beispiel auf den „Owned Media“, den unternehmenseigenen Kanälen: Ein Blog kann als Content-Plattform gut funktionieren. Texte, Bilder, Videos und Links können hier problemlos eingebunden werden. Hat man gerade selber keinen Content zur Hand, darf auch gerne auf fremde Inhalte verwiesen werden – mit eigenen Anmerkungen wohlgemerkt, schließlich will man sich positionieren. Über Facebook, Twitter und Co. können die Inhalte dann kostengünstig gestreut werden. Das ist Content Marketing!

 

Regeln sind zum brechen da

Regeln für Content Marketing gibt es im Netz zu Hauf. Unbedingte Qualität, Humor und strategische Genauigkeit sind nur einige. Aber Regeln dürfen gebrochen werden! Berührt ein Foto die Leser emotional, ist das fehlende Komma in der Bildunterschrift unwichtig. Ein witziger Text kann gerne auch fünf Zeilen länger sein aber nicht jeder Beitrag muss humorvoll sein, solange er Relevanz für die Leser hat. Und niemand muss das Rad neu erfinden und täglich kreativ sein. Vorhandenes Material kann, darf und sollte genutzt werden: Fotos aus Werbekampagne, umgeschriebene Pressemitteilungen, Bilder der letzten Messe, oder ein Thema dass einen aus beruflichen Gründen seit Wochen beschäftigt.

Also seid mutig! Traut euch an die Tastatur, bloggt und postet! Wagt ein Risiko! Unperfekter Content ist besser als gar kein Content. Bleibt der Erfolg überschaubar bis unsichtbar, versucht es einfach mit anderen Inhalten – davon gibt es schließlich genug.

 

 

Von Anke Triebe