Wo liegt die Zukunft der Public Relations?

Wo liegt die Zukunft der Public Relations?

Warum sollte man sich nach 30 Jahren aktiver und erfolgreicher Public Relations davon verabschieden?

Ganz einfach! Um nicht auf der Strecke zu bleiben. PR liegt in einer klar umrissenen Schublade, hat als Aufgabenfeld ebenso klare Dimensionen und Parameter. Und natürlich Vor- und Nachteile in der Betrachtung. Public Relations ist doch nur das Schreiben von Pressemitteilungen und der Umgang, das Verhältnis mit und zu Medien und Journalisten. Zumindest herrscht diese Meinung fast schon übermächtig vor. Dabei schränkt sie nicht nur massiv ein, sie ist vielmehr nicht mehr zeitgemäß, will man sich erfolgreich in der neuen, digitalen Kommunikation verankern.

[Tweet „Wer denkt, PR-Agenturen würden nur Pressemitteilungen schreiben, liegt völlig falsch“]

Warum ist das so? Als reine PR Agentur nimmt man an kreativen Pitches nicht mehr teil, wird nicht dazu eingeladen, sondern verbleibt in einer immer unattraktiveren Ecke eines sich verschiebenden Kommunikations- und Kreativtätskosmos. Mit neuen Spielregeln, neuen Playern auf allen Seiten, neuen Ritualen, Umgangsformen und Kommunikationskulturen. Auch verschieben sich die Budget- und Etateigentümer in den Unternehmen. Die Pitches, die an PR Agenturen vorbei laufen, nehmen nicht nur täglich zu, sie prägen die Landschaft und treiben im Ergebnis die neue Kommunikationskultur. Und das rund um den Globus. Die einen sind früher dabei, weil sie´s frühzeitig erkannt haben. Andere folgen später, weil sie es gerade noch erkannt haben und andere bleiben eben auf der Strecke, weil sie es nicht erkennen.

[Tweet „Wer Trends nicht erkennt, bleibt auf der Strecke. Wo liegt die Zukunft der PR?“]

Und auf einmal wird das Public Relations-Thema, das einst eine satte Wiese für fast jeden war, zu einer Dürre mit katastrophalen Folgen. Und auch wenn man als PR Agentur mit sehr kreativen Ideen beim Kunden ankommt, werden diese Ideen nur allzu oft an Werbe- oder sogenannte Kreativagenturen zur Umsetzung gegeben, weil der Kunde meint, als PR Agentur habe man das ja nie gemacht, hätte keine Erfahrung und schon gar nicht die Umsetzungsfähigkeit, selbst schon am eigenen Leib erfahren.

Kompetenzen bündeln und gemeinsam wachsen

Unternehmen neigen dazu, Agenturen in bekannte Schubladen zu stecken, die meist gegeneinander sich zu positionieren versuchten, nicht aber cross-disziplinär gemeinsam agierten. Nach der eindeutigen Machtverteilung in der Budget-Herrschaft in Richtung Marketing und Vertrieb ist es unabdingbar, diese Schubladen zu verlassen. PR-Agenturen müssen das  Silodenken aufgeben und eine cross-disziplinäre, cross-mediale Synergie finden, die auf traditionellen Fähigkeiten aufbauend, gepaart mit neuen kommunikativen Fähigkeiten, zukunftsfähigen Kommunikationsverständnis und –tools den Erwartungshaltungen, Ansprüchen eines neuen Kommunikationskosmos Rechnung tragen kann. Und das heißt vor allem Öffnung der Digitalen Welt, für viele ein Eintritt in Welten, die sie vorher nie gesehen haben. Und dann hat man die Voraussetzung für ein erfolgreiches Beamen.

 

 

Von Fritz Nollert

 

By | 2017-04-15T22:36:32+00:00 März 31st, 2016|cultundcomm|5 Comments